Neuer AI-Helpdesk des EDIH South Westphalia: Kostenfreie Erstberatung für Unternehmen

Künstliche Intelligenz (KI) verändert Geschäftsprozesse, Produktionsabläufe und Wettbewerbsfähigkeit in nahezu allen Branchen. Gleichzeitig stehen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vor der Herausforderung, technologische Potenziale richtig einzuordnen, sinnvolle Anwendungsfelder zu identifizieren und neue regulatorische Anforderungen wie den europäischen AI-Act zu verstehen.

Mit dem neuen AI-Helpdesk schafft der European Digital Innovation Hub (EDIH) South Westphalia nun eine zentrale, niedrigschwellige Anlaufstelle für Unternehmen in der Region: kostenfrei, praxisnah und unkompliziert.

Der AI-Helpdesk richtet sich an Unternehmen, die erste Fragen rund um KI, mögliche Einsatzszenarien im eigenen Betrieb oder die Einordnung von Anforderungen des neuen europäischen AI-Acts klären möchten. Ziel ist es, Unternehmen schnell Orientierung zu geben und den Zugang zu passender Unterstützung deutlich zu vereinfachen.

„Viele Unternehmen wissen, dass sie sich mit KI und dem AI-Act beschäftigen müssen – oft fehlt jedoch ein einfacher erster Ansprechpartner. Genau diese Lücke schließen wir mit dem AI-Helpdesk“, erklärt Robert Fischbach, Operations Manager des EDIH South Westphalia.

Schneller Erstkontakt statt hoher Einstiegshürden

Unternehmen können den AI-Helpdesk telefonisch, per WhatsApp oder über ein Kontaktformular erreichen. Während der Sprechzeiten nehmen die Mitarbeitenden des EDIHs das Anliegen auf, geben direkt eine erste Einschätzung und vermitteln bei weitergehendem Unterstützungsbedarf an die passende Expertin oder den passenden Experten innerhalb des Konsortiums weiter.

Dabei geht es bewusst nicht um komplizierte Formalprozesse, sondern um einen unkomplizierten Einstieg:

  • erste Orientierung zu KI-Anwendungsfällen
  • Einordnung konkreter Vorhaben im Unternehmen
  • Fragen zum europäischen AI-Act
  • Einschätzung von Risiken, Verantwortlichkeiten und nächsten Schritten
  • Weitervermittlung an spezialisierte Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Auch außerhalb der telefonischen Sprechzeiten können Unternehmen ihr Anliegen jederzeit über das Kontaktformular mit optionalem Rückrufwunsch übermitteln.

Kostenfreie Unterstützung durch europäische Förderung

Als Teil des europaweiten Netzwerks der European Digital Innovation Hubs (EDIHs) unterstützt der EDIH South Westphalia Unternehmen und öffentliche Organisationen bei der digitalen Transformation. Die EDIHs fungieren als zentrale „One-Stop-Shops“ für Digitalisierung, Transformation, KI und Innovation und werden durch die Europäische Kommission sowie das Land Nordrhein-Westfalen gefördert. (Digitale Strategie Europas)

Gerade im Zuge der europäischen KI-Strategie gewinnen AI-Helpdesks zusätzlich an Bedeutung: Die Europäische Kommission sieht EDIHs ausdrücklich als erste Anlaufstellen für Unternehmen bei der Einführung von KI sowie bei Fragen zur AI-Act-Compliance.

Ziel: KI zugänglich machen – nicht komplizierter

Mit dem AI-Helpdesk verfolgt der EDIH South Westphalia ein klares Ziel: Unternehmen sollen nicht an Komplexität scheitern, sondern schnell in die Umsetzung kommen.

Projektkoordinator Prof. Dr. Thomas Ludwig fügt hinzu: „Digitale Transformation beginnt oft nicht sofort mit einem großen Projekt, sondern eher mit einer einfachen Frage des Alltags. Wir möchten genau dort ansetzen und pragmatisch, verständlich und auf Augenhöhe unterstützen.“

Gerade für den industriellen Mittelstand in Südwestfalen ist dies von besonderer Relevanz. Als eine der stärksten Industrieregionen Nordrhein-Westfalens mit zahlreichen Hidden Champions bietet die Region enormes Innovationspotenzial, das durch gezielte Unterstützung bei Digitalisierung und KI nachhaltig gestärkt werden soll.

Digitalisierung zum Anfassen: EDIH SWF begeistert im Lab-on-Tour beim Campus-Day 2026

Am Samstag, den 18. April 2026, wurde der Campus der Fachhochschule Südwestfalen in Meschede zum lebendigen Treffpunkt für alle, die sich für die Zukunft von Technologie, Gesellschaft und Nachhaltigkeit interessieren. Unter dem Motto „Menschen – KI – Nachhaltigkeit“ bot der Campus-Day nicht nur spannende Einblicke in Studium und Forschung, sondern vor allem eines: zahlreiche Möglichkeiten zum Mitmachen und Ausprobieren.

Ein besonderes Highlight bot der EDIH SWF mit dem Lab-on-Tour, einem mobilen Labor im Truck des Projekts Digitalise SWF. Mit seinen ausfahrbaren Seitenwänden zog der Truck viele neugierige Besucherinnen und Besucher an, hier wurde Digitalisierung greifbar gemacht: praxisnah, interaktiv und verständlich.

Digitalisierung greifbar gemacht

Großes Interesse weckte das „Planspiel Industrie 4.0“, bei dem die Teilnehmenden ihr Wissen rund um Themen wie digitale Zwillinge, den Unterschied zwischen Tracking und Tracing sowie Künstliche Intelligenz testen und attraktive Preise gewinnen konnten.

Mithilfe kniffliger Puzzles konnten Besucher zudem eigenständig die Assistenz-App „Automation Infotainment“. Erleben und erfahren, wie Wissen in einem mensch-zentrierten Arbeitsumfeld entsteht, gespeichert und weitergegeben wird. Die Verbindung aus spielerischem Ansatz und technischen Inhalten zeigte eindrucksvoll, wie moderne Technologien Lern- und Arbeitsprozesse unterstützen können.

Das Lab-on-Tour bot dabei eine mobile Laborumgebung mit verschiedenen Demonstratoren, die digitale Technologien wie interaktive VR-Erlebnisse, Einblicke in digitale Produktionsprozesse, eine Fahrsimulator oder angewandte Lichttechnik anschaulich und interaktiv vermitteln. Auch über den Truck hinaus bot der Campus-Day ein vielfältiges Programm: Von Drohnen-Simulationen über VR-Anwendungen im nachhaltigen Tourismus, bis hin zu Einblicken in Cybersecurity und Künstliche Intelligenz, an jeder Ecke gab es etwas zu entdecken.

Der Tag machte deutlich, wie sinnvoll es ist, Digitalisierung nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern auch praktisch erfahrbar zu machen. Der EDIH SWF nutzte den Lab-on-Tour, um mit Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen, Einblicke zu geben und zentrale Themen verständlich aufzubereiten. Insgesamt bot der Nachmittag eine gute Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren und verschiedene Ansätze kennenzulernen.

Digitale Praxis: PDF-Dateien für die Nutzung durch LLMs aufbereiten

PDFs sind aus dem Unternehmensalltag nicht wegzudenken – doch für den Einsatz mit KI-Systemen sind sie oft schlecht geeignet. Dieser Beitrag zeigt, warum das so ist, und welche Methoden helfen, PDF-Inhalte maschinell nutzbar zu machen.

Warum sollte man PDF-Dateien aufbereiten?

Unternehmensdaten liegen in verschiedenen Formaten vor. Ein Format, das sich besonders im Alltag durchgesetzt hat, ist die PDF-Datei. Wenn diese Daten automatisiert – etwa durch ein LLM (Large Language Model) – verarbeitet werden sollen, müssen sie so vorliegen, dass eine Maschine sie zuverlässig auslesen kann.

PDF-Dateien basieren auf einem Standard, der 1992 erstmals vorgestellt wurde. Zu dieser Zeit spielte die elektronische Datenverarbeitung noch eine untergeordnete Rolle im Alltag der meisten Menschen. Das Konzept des PDFs orientierte sich am analogen Papier mit festen Dimensionen wie DIN A4 – übertragen in die digitale Welt. Da eine maschinengestützte Weiterverarbeitung kaum eine Rolle spielte, wurde im Standard nicht berücksichtigt, dass der Inhalt von Computern strukturiert wieder ausgelesen werden können sollte. Erschwerend kommt hinzu: Das Extrahieren von Text aus einem PDF ist überhaupt nur möglich, wenn der Text tatsächlich als solcher hinterlegt ist – und nicht lediglich als Bild abgespeichert wurde.

Wie sieht eine Aufbereitung in der Praxis aus?

Um den Mehrwert einer Aufbereitung zu verdeutlichen, testen wir anhand eines konkreten Beispiels verschiedene Methoden, den Inhalt einer PDF-Datei auszulesen.

Beispiel

Als Beispiel dient eine PDF-Datei des Bundesministeriums des Innern: „Leitlinien für den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Bundesverwaltung“. Das Dokument enthält ein aufwändiges Layout. Für diesen Beitrag konzentrieren wir uns auf Seite 4, wie im Bild unten zu sehen.

Methode 1: Auslesen des hinterlegten Texts

Die einfachste Möglichkeit, Text aus einem PDF zu extrahieren, ist der direkte Zugriff auf den eingebetteten Text – zum Beispiel mit Python. Der folgende Code liest den im PDF hinterlegten Text seitenweise aus und speichert ihn als Textdatei:

from pathlib import Path
import fitz

def pdf_to_text(pdf_path: str | Path, out_path: str | Path) -> None:
    pdf_path = Path(pdf_path)
    out_path = Path(out_path)

    with fitz.open(pdf_path) as doc:
        parts: list[str] = []
        for page in doc:
            parts.append(page.get_text("text"))

    text = "\n".join(parts)

    out_path.write_text(text, encoding="utf-8")


pdf_to_text("./BMI25020-leitlinien-ki-bundesverwaltung_p4.pdf", "./blog-pdf-4.txt")

Ergebnis:

4
Anwendungsbeispiel:
Große Sprachmodelle
Large Language Models (LLMs) sind künst-
liche neuronale Netze, die auf großen Text-
korpora oder anderen Datenformaten wie
Bild-, Audio- oder Videodaten (sog. multi-
modale Modelle) trainiert wurden. Basie-
rend auf generativen Modellen4 können sie
Eingaben („Prompts“) verarbeiten und ent-
sprechende Ausgaben wie beispielsweise
Texte oder Bilder erzeugen.
LLM-basierte Anwendungen sind in der
Lage, eine Vielzahl von Funktionen zu erfül-
len. Textgenerative LLM-Anwendungen kön-
nen beispielsweise zur Erstellung von Texten
(zum Beispiel von Vermerken), zur Befra-
gung umfangreicher Dokumente („Chat
with your document“) und zur Übersetzung
oder der Generierung von Programmcode
genutzt werden. Weitere Beispiele sind die
Möglichkeiten, Inhalte zusammenzufassen
oder stilistisch anzupassen (unter anderem
Übersetzung in „Einfache Sprache“).
Diese Eigenschaften machen LLMs für die
Automatisierung von ausgewählten Ar-
beitsschritten in der Verwaltung attraktiv.
Zugleich bestehen Risiken bei der Nutzung
von LLM-Anwendungen, beispielsweise im
Hinblick auf die Korrektheit der generier-
ten Informationen, bezogen auf den Daten-
und Urheberrechtsschutz, den Geheim-
schutz oder die Informationssicherheit.
4 Generative Modelle sind Werkzeuge für maschinelles Lernen, mit denen neue Datenmuster erstellt werden können.
Sie sind für eine Vielzahl von Anwendungen nützlich, zum Beispiel für die Generierung von Bildern und Text.
5 Für eine ausführliche Analyse der Chancen und Risiken von generativer KI im Rahmen der Integration in bestehende Prozesse und
Anwendungen siehe zum Beispiel die Publikation Generative KI-Modelle – Chancen und Risiken für Industrie und Behörden
(siehe unter: Generative KI-Modelle | BSI) sowie den Kriterienkatalog für KI-Cloud-Dienste (AIC4) des Bundesamts für Sicherheit
in der Informationstechnik (BSI) (siehe unter: AIC4 | BSI).
6 Für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und seinen Geschäftsbereich wurden im November 2022 die
„Selbstverp!ichtenden Leitlinien für den KI-Einsatz in der behördlichen Praxis der Arbeits- und Sozialverwaltung“ veröffentlicht,
die weiterhin ihre Gültigkeit behalten, siehe unter: Selbstverp!ichtende Leitlinien für den KI-Einsatz | BMAS.
7 Das Auswärtige Amt (AA) hat 2024 eine KI-Charta entwickelt und publiziert.
Durch gemeinsame ethische, prozessuale und
technische Standards, verbunden mit entspre-
chender Sensibilisierung der Nutzenden, sollen
Risiken minimiert, die Priorisierung des Gemein-
wohls sichergestellt und dabei das Potenzial von
KI als Unterstützungswerkzeug möglichst voll
ausgeschöpft werden.
In diesen Leitlinien definieren wir übergeord-
nete Leitprinzipien als gemeinsame Hand-
lungsgrundlage für den KI-Einsatz in der Bun-
desverwaltung (Kapitel 2). Damit schafft die
Bundesregierung einen wertebasierten Kompass
für die Entwicklung und den Einsatz von KI. Die-
ser Abschnitt richtet sich an alle Mitarbeitenden
der Bundesverwaltung.
Darauf aufbauend geben wir durch konkrete
Leitsätze für den Einsatz und die Bereitstellung
von KI-Systemen einen Rahmen vor, um einen
verantwortungsvollen und sicheren Einsatz in
der Bundesverwaltung zu ermöglichen (Kapitel
3). In den Leitsätzen erklären wir zielgruppenspe-
zifische Anforderungen und Herausforderungen
beim KI-Einsatz. Adressiert werden sowohl Behör-
den, die KI-Systeme bereitstellen beziehungsweise
deren verantwortliche Organisationseinheiten
(beispielsweise deren Datenlabore, Maßnahmen-
verantwortliche, IT-Verantwortliche) als auch alle
Nutzenden solcher KI-Systeme.
Die vorliegenden KI-Leitlinien werden dabei
durch geltende Standards sowie fachspezifische
Vorgaben und Veröffentlichungen, beispielswei-
se zur Informationssicherheit5, zur behördlichen
Praxis der Arbeits- und Sozialverwaltung6 oder
dem außenpolitischen Bereich7 ergänzt.

Methode 2: Nutzung eines OCR-VLM

Ein VLM (Vision Language Model) ist ein Sprachmodell, das neben Text auch Bilder verarbeiten kann. Es gibt spezialisierte VLMs, die auf OCR (Optical Character Recognition) ausgerichtet sind und teils unter Open-Source-Lizenzen frei verfügbar sind. In diesem Beispiel nutzen wir DeepSeek-OCR-2. Das Modell bietet verschiedene Modi zur Textextraktion, die über eine Textinstruktion gesteuert werden. Wir testen die Modi „document“ und „Free OCR“.

Modus „document“

<|ref|>sub_title<|/ref|><|det|>[[108, 153, 285, 189]]<|/det|>
## Anwendungsbeispiel: Große Sprachmodelle

<|ref|>text<|/ref|><|det|>[[107, 207, 442, 369]]<|/det|>
Large Language Models (LLMs) sind künstliche neuronale Netze, die auf großen Textkorpora oder anderen Datenformaten wie Bild-, Audio- oder Videodaten (sog. multimodale Modelle) trainiert wurden. Basierend auf generativen Modellen \( ^{4} \) können sie Eingaben („Prompts“) verarbeiten und entsprechende Ausgaben wie beispielsweise Texte oder Bilder erzeugen.

<|ref|>text<|/ref|><|det|>[[107, 385, 444, 600]]<|/det|>
LLM-basierte Anwendungen sind in der Lage, eine Vielzahl von Funktionen zu erfüllen. Textgenerative LLM-Anwendungen können beispielsweise zur Erstellung von Texten (zum Beispiel von Vermerken), zur Befragung umfangreicher Dokumente („Chat with your document“) und zur Übersetzung oder der Generierung von Programmcode genutzt werden. Weitere Beispiele sind die Möglichkeiten, Inhalte zusammenzufassen oder stilistisch anzupassen (unter anderem Übersetzung in „Einfache Sprache“).

<|ref|>text<|/ref|><|det|>[[107, 616, 445, 778], [492, 137, 868, 262]]<|/det|>
Diese Eigenschaften machen LLMs für die Automatisierung von ausgewählten Arbeitsschritten in der Verwaltung attraktiv. Zugleich bestehen Risiken bei der Nutzung von LLM-Anwendungen, beispielsweise im Hinblick auf die Korrektheit der generierten Informationen, bezogen auf den Daten- und Urheberrechtsschutz, den Geheimschutz oder die Informationssicherheit.
Durch gemeinsame ethische, prozessuale und technische Standards, verbunden mit entsprechender Sensibilisierung der Nutzenden, sollen Risiken minimiert, die Priorisierung des Gemeinwohls sichergestellt und dabei das Potenzial von KI als Unterstützungswerkzeug möglichst voll ausgeschöpft werden.

<|ref|>text<|/ref|><|det|>[[492, 278, 867, 422]]<|/det|>
In diesen Leitlinien definieren wir übergeordnete Leitprinzipien als gemeinsame Handlungsgrundlage für den KI-Einsatz in der Bundesverwaltung (Kapitel 2). Damit schafft die Bundesregierung einen wertebasierten Kompass für die Entwicklung und den Einsatz von KI. Dieser Abschnitt richtet sich an alle Mitarbeitenden der Bundesverwaltung.

<|ref|>text<|/ref|><|det|>[[492, 439, 868, 671]]<|/det|>
Darauf aufbauend geben wir durch konkrete Leitsätze für den Einsatz und die Bereitstellung von KI-Systemen einen Rahmen vor, um einen verantwortungsvollen und sicheren Einsatz in der Bundesverwaltung zu ermöglichen (Kapitel 3). In den Leitsätzen erklären wir zielgruppenspezifische Anforderungen und Herausforderungen beim KI-Einsatz. Adressiert werden sowohl Behörden, die KI-Systeme bereitstellen beziehungsweise deren verantwortliche Organisationseinheiten (beispielsweise deren Datenlabore, Maßnahmenverantwortliche, IT-Verantwortliche) als auch alle Nutzenden solcher KI-Systeme.

<|ref|>text<|/ref|><|det|>[[492, 688, 867, 795]]<|/det|>
Die vorliegenden KI-Leitlinien werden dabei durch geltende Standards sowie fachspezifische Vorgaben und Veröffentlichungen, beispielsweise zur Informationssicherheit \( ^{5} \) , zur behördlichen Praxis der Arbeits- und Sozialverwaltung \( ^{6} \) oder dem außenpolitischen Bereich \( ^{7} \) ergänzt.

Modus „Free OCR“

4

Anwendungsbeispiel:
Große Sprachmodelle

Large Language Models (LLMs) sind künstliche neuronale Netze, die auf großen Textkorpora oder anderen Datenformaten wie Bild-, Audio- oder Videodaten (sog. multimodale Modelle) trainiert wurden. Basierend auf generativen Modellen⁴ können sie Eingaben („Prompts“) verarbeiten und entsprechende Ausgaben wie beispielsweise Texte oder Bilder erzeugen.

LLM-basierte Anwendungen sind in der Lage, eine Vielzahl von Funktionen zu erfüllen. Textgenerative LLM-Anwendungen können beispielsweise zur Erstellung von Texten (zum Beispiel von Vermerken), zur Befragung umfangreicher Dokumente („Chat with your document“) und zur Übersetzung oder der Generierung von Programmcode genutzt werden. Weitere Beispiele sind die Möglichkeiten, Inhalte zusammenzufassen oder stilistisch anzupassen (unter anderem Übersetzung in „Einfache Sprache“).

Diese Eigenschaften machen LLMs für die Automatisierung von ausgewählten Arbeitsschritten in der Verwaltung attraktiv. Zugleich bestehen Risiken bei der Nutzung von LLM-Anwendungen, beispielsweise im Hinblick auf die Korrektheit der generierten Informationen, bezogen auf den Daten- und Urheberrechtsschutz, den Geheimschutz oder die Informationssicherheit.

Durch gemeinsame ethische, prozessuale und technische Standards, verbunden mit entsprechender Sensibilisierung der Nutzenden, sollen Risiken minimiert, die Priorisierung des Gemeinwohls sichergestellt und dabei das Potenzial von KI als Unterstützungswerkzeug möglichst voll ausgeschöpft werden.

In diesen Leitlinien definieren wir übergeordnete **Leitprinzipien** als gemeinsame Handlungsgrundlage für den KI-Einsatz in der Bundesverwaltung (Kapitel 2). Damit schafft die Bundesregierung einen weiterbasierten Kompass für die Entwicklung und den Einsatz von KI. Dieser Abschnitt richtet sich an **alle Mitarbeitenden der Bundesverwaltung**.

Darauf aufbauend geben wir durch **konkrete Leitsätze für den Einsatz und die Bereitstellung von KI-Systemen einen Rahmen vor**, um einen **verantwortungsvollen und sicheren Einsatz** in der Bundesverwaltung zu ermöglichen (Kapitel 3). In den Leitsätzen erklären wir **zielgruppenspezifische Anforderungen und Herausforderungen** beim KI-Einsatz. Adressiert werden sowohl Behörden, die KI-Systeme bereitstellen beziehungsweise deren **verantwortliche Organisationseinheiten** (beispielsweise deren Datenlabore, Maßnahmenverantwortliche, IT-Verantwortliche) als auch alle **Nutzenden solcher KI-Systeme**.

Die vorliegenden KI-Leitlinien werden dabei durch geltende Standards sowie **fachspezifische Vorgaben und Veröffentlichungen**, beispielsweise zur Informationssicherheit⁵, zur behördlichen Praxis der Arbeits- und Sozialverwaltung⁶ oder dem außenpolitischen Bereich⁷ ergänzt.

⁴ Generative Modelle sind Werkzeuge für maschinelles Lernen, mit denen neue Datenmuster erstellt werden können. Sie sind für eine Vielzahl von Anwendungen nützlich, zum Beispiel für die Generierung von Bildern und Text.

⁵ Für eine ausführliche Analyse der Chancen und Risiken von generativer KI im Rahmen der Integration in bestehende Prozesse und Anwendungen siehe zum Beispiel die Publikation Generative KI-Modelle – Chancen und Risiken für Industrie und Behörden (siehe unter: Generative KI-Modelle | BSI) sowie den Kriterienkatalog für KI-Cloud-Dienste (AIC4) des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) (siehe unter: AIC4 | BSI).

⁶ Für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und seinen Geschäftsbereich wurden im November 2022 die „Selbstverpflichtenden Leitlinien für den KI-Einsatz in der behördlichen Praxis der Arbeits- und Sozialverwaltung“ veröffentlicht, die weiterhin ihre Gültigkeit behalten, siehe unter: Selbstverpflichtende Leitlinien für den KI-Einsatz | BMAS.

⁷ Das Auswärtige Amt (AA) hat 2024 eine KI-Charta entwickelt und publiziert.

Die unterschiedlichen Ergebnisse im Vergleich

Das gewählte Beispiel hat zugegebenermaßen ein komplexes Layout – aber genau das macht den Vergleich aufschlussreich.

Beim direkten Auslesen des hinterlegten Texts gerät das Layout durcheinander: Es entstehen unnötige Zeilenumbrüche mitten im Fließtext, die eine automatisierte Weiterverarbeitung erschweren. Das OCR-VLM schneidet hier deutlich besser ab: Zeilenumbrüche und per Trennstrich geteilte Wörter werden automatisch zusammengeführt und der Text strukturiert ausgegeben. Auch das OCR-VLM ist jedoch nicht fehlerfrei: Im Modus „document“ werden Fußnoten gar nicht erkannt; im Modus „Free OCR“ taucht die Kopfzeile mit Seitenzahl im Fließtext auf. Insgesamt stellt der Einsatz eines OCR-VLM aber eine deutliche Verbesserung gegenüber dem reinen Textauslesen dar.

Warum nicht einfach das PDF direkt in ein VLM laden?

Ein direktes Gespräch mit einem Dokument ist mit VLMs wie ChatGPT grundsätzlich möglich. Sobald jedoch in einem größeren Korpus von Dokumenten gesucht werden soll, stoßen diese Lösungen schnell an ihre Grenzen. Für solche Szenarien wird ein vorgelagertes System benötigt, das relevante Dokumente vorauswählt. Das zugehörige Stichwort lautet RAG – Retrieval Augmented Generation.

Alte Scans und Papierdokumente digitalisieren

In vielen Unternehmen liegen Handbücher und historische Dokumente nur als Scan oder gar nur in Papierform vor. Mit den vorgestellten OCR-VLM-Methoden lassen sich genau diese Bestände mit überschaubarem Aufwand digitalisieren und in strukturierter Form in die Datenspeicher des Unternehmens überführen – ein wertvoller erster Schritt in Richtung einer durchgängig KI-gestützten Dokumentenverarbeitung.

Fragen & Anmerkungen

Bei Fragen oder Anmerkungen freue ich mich über Ihre Nachricht. Wenn Sie ein konkretes Umsetzungsprojekt in Ihrem Unternehmen planen, sprechen Sie mich gerne an – in Kürze auch über den AI-Helpdesk im EDIH South Westphalia oder bis dahin per E-Mail unter florian.breda@uni-siegen.de.

Erfolgreicher Abschluss der ersten Projektphase des EDIH Südwestfalen

Nach drei intensiven Jahren Projektarbeit war es soweit: Das Abschluss-Review-Meeting des European Digital Innovation Hub (EDIH) Südwestfalen stand an. Einen ganzen Tag lang präsentierten wir drei externen Gutachtern die Ergebnisse, Fortschritte und Meilensteine unserer Arbeit – und konnten dabei nicht nur überzeugen, sondern in vielen Bereichen sogar übertreffen.

Die erste Projektphase war geprägt von enger Zusammenarbeit, praxisnahen Projekten und einem klaren Ziel: kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Südwestfalen bei der digitalen Transformation zu unterstützen. Das durchweg positive Feedback Gutachter sowie unsere erfolgreichen Akquise-Aktivitäten bestätigt den Erfolg der ersten Projektphase und ist Ansporn für die kommenden drei Jahre.

Nahtloser Übergang in die nächste Projektphase

Mit dem erfolgreichen Abschluss der ersten Projektlaufzeit beginnt nun also direkt das nächste Kapitel: Als EDIH South Westphalia setzen wir unsere Mission fort – und bauen sie weiter aus.

Auch in den kommenden drei Jahren werden wir Unternehmen dabei unterstützen:

  • digitale Technologien zu verstehen und einzusetzen
  • KI-Potenziale zu erkennen und zu nutzen
  • konkrete Transformationsprojekte umzusetzen

Unser Ziel bleibt klar: die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Die nächsten Jahre versprechen neue Projekte, innovative Technologien und viele spannende Kooperationen.

Wir freuen uns darauf, den digitalen Wandel in Südwestfalen weiterhin aktiv mitzugestalten – gemeinsam mit unseren Partnern und den Unternehmen vor Ort.

Digitale Praxis: Aufbau eines datenschutzkonformen und sicheren LLM

In den letzten Jahren haben Large Language Models (LLMs) die Art und Weise, wie wir mit Informationen umgehen, grundlegend verändert. Die meisten gängigen LLM-Lösungen basieren jedoch auf cloudbasierten Programmierschnittstellen (APIs), was für Unternehmen ernsthafte Bedenken hinsichtlich Datenschutz, Sicherheit, Compliance und Kosten aufwirft. Viele Unternehmen verfügen über eine riesige Menge wertvoller interner Daten, beispielsweise Richtlinien und SOPs, technische Dokumentationen, HR- und Compliance-Handbücher, interne Wikis oder Berichte. Zwar können Cloud-LLMs technisch gesehen Fragen zu diesen Daten beantworten, doch ist das Hochladen interner Dokumente auf externe Server aufgrund der Vertraulichkeit der Daten, regulatorischen Beschränkungen, Anbieterabhängigkeit und wiederkehrenden API-Kosten oft ein Dealbreaker. Aus diesem Grund benötigen Unternehmen KI-Systeme, die innerhalb ihrer eigenen Infrastruktur funktionieren. Deshalb haben wir an der Implementierung eines lokalen, offline verfügbaren LLM-Systems gearbeitet, mit dem Unternehmen ihre internen Dokumente und ihr Wissen sicher nutzen können, ohne sensible Daten in die Cloud zu senden.

Ein sicheres lokales LLM-System

Das von uns entwickelte System läuft vollständig auf lokaler Infrastruktur, sodass Unternehmen einen KI-Assistenten einsetzen können, der Fragen ausschließlich auf der Grundlage ihrer internen Dokumente versteht und beantwortet. Alle Daten verbleiben innerhalb des Unternehmensnetzwerks – ganz ohne exterme API-Aufrufe oder Datenlecks.

Das bietet folgende Vorteile:

  • Verwendung eines lokal gehosteten LLM (keine Cloud-Abhängigkeit)
  • Erfassung und Verarbeitung unternehmensspezifischer Dokumente
  • Möglichkeit für Mitarbeiter, Fragen in natürlicher Sprache zu stellen
  • Genaue, kontextbezogene Antworten auf der Grundlage interner Daten

Ein Überblick über die Architektur

  • Dokumenteneingabe: Unternehmensdokumente (PDFs, Textdateien, Handbücher usw.) werden verarbeitet und in ein für Maschinen verständliches Format konvertiert.
  • Wissensindexierung: Der Inhalt wird in Vektordarstellungen umgewandelt und lokal gespeichert, was eine schnelle und relevante Abfrage ermöglicht.
  • Retrieval-Augmented Generation (RAG): Wenn ein Mitarbeiter eine Frage stellt, führt das System folgende Schritte aus:
    • Es ruft die relevantesten internen Dokumente ab.
    • Es speist sie in das lokale LLM ein.
    • Es generiert präzise Antworten, die auf dem Wissen des Unternehmens basieren.
  • Offline- und sichere Ausführung: Der gesamte Workflow läuft vor Ort ab, wodurch Datenschutz, Compliance und vollständige Kontrolle gewährleistet sind.

Dieser Ansatz bietet mehrere wesentliche Vorteile:

  • Datenschutz an erster Stelle: Sensible Unternehmensdaten verlassen niemals die internen Systeme.
  • Kostenkontrolle: Keine API-Gebühren pro Anfrage und keine Abhängigkeit von Drittanbieterdiensten.
  • Anpassung: Das Modell reagiert auf der Grundlage Ihrer Dokumente, Terminologie und Arbeitsabläufe.
  • Zuverlässigkeit: Funktioniert in unternehmensinternen Umgebungen.
  • Mitarbeiterproduktivität: Mitarbeiter finden sofort Antworten, anstatt Dokumente zu durchsuchen.

Dieses System kann abteilungsübergreifend eingesetzt werden. Beispiele für Anwendungsfälle aus der Praxis sind:

  • Schnellere Einarbeitung neuer Mitarbeiter mit KI-Unterstützung
  • Abfragen interner technischer Dokumente durch IT-Teams
  • Beantwortung von Fragen zu Richtlinien durch die Personalabteilung
  • Zugriff auf regulatorische Richtlinien durch Compliance-Teams

 

Möchten Sie diesen Ansatz mit uns weiterverfolgen? Sprechen Sie uns gerne an!

 

Interaktive Workshops als Grundlage für die Entwicklung eines Planspiels zur generativen künstlichen Intelligenz

Wie wirken sich Digitalisierung und Künstliche Intelligenz konkret auf Unternehmen aus? Welche strategischen Entscheidungen sind heute entscheidend und welche Folgen haben sie morgen? Und wie sieht eigentlich das ideale Planspiel zum Erleben von Künstlicher Intelligenz aus? In mehreren voneinander unabhängigen Workshops erlebten Teilnehmer die Grundlagen von Industrie 4.0 spielerisch und bereiten gleichzeitig ein neu entwickeltes KI-Planspiel vor. Die Teilnehmenden übernehmen die Neuausrichtung eines fiktiven Unternehmens und trafen im Rahmen einer Simulation zahlreiche Entscheidungen rund um Digitalisierung, Prozesse und Organisation.

Mithilfe eines bewährten Industrie 4.0 Planspiels erfuhren die Teilnehmenden anschaulich, wie digitale Reifegrade entstehen, welche Stellhebel zur Verfügung stehen und wie sich Entscheidungen über den gesamten Verlauf der Simulation auswirken. Gleichzeitig wurden Aspekte wie Nachhaltigkeit, Umsetzbarkeit und strategische Weitsicht bewusst in den Fokus gerückt.

Neue Erkenntnisse für das KI-Planspiel

Parallel zu den Workshops wurde ein Fragebogen entwickelt, der die Wünsche und Erwartungen der Teilnehmenden an ein Planspiel zur generativen KI und LLM-Systemen abfragt. Sowohl die Erfahrungen aus dem bestehenden Industrie 4.0 Planspiel, als auch die Ergebnisse des Fragebogens dienen als Grundlage für die Konzeption eines neuen KI-Planspiels. So wird sichergestellt, dass das neue Spiel praxisnah gestaltet ist, relevante Szenarien abbildet und die Teilnehmenden optimal auf die neuen Möglichkeiten mit generativen intelligenten Systemen wie z.B. Chatbots und KI-Agenten vorbereitet.

Die Kombination aus praxisnaher Simulation, gezielter Bedarfsabfrage und strategischer Reflexion schaffte einen interaktiven Lernraum, der Unternehmen, ihre Mitarbeitenden, Schülerinnen und Schüler, Studierende und Auszubildende auf die digitale Zukunft vorbereitet und gleichzeitig als Grundlage für ein bedarfsgerecht entwickeltes Planspiel diente.

Kick-off 2026: Neue Impulse und frische Ausrichtung im Zeichen der Künstlichen Intelligenz

Am 29. Januar fand das Kick-off-Meeting des EDIH Südwestfalen-Teams statt – ein gelungener Start in das neue Jahr und der Auftakt für viele spannende Entwicklungen. In intensiven Gesprächen wurden neue Ideen entwickelt, Schwerpunkte gesetzt und die zukünftige strategische Ausrichtung diskutiert.

Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf dem Thema Künstliche Intelligenz: Wie können Unternehmen in Südwestfalen die Potenziale von KI noch besser nutzen, und welche Unterstützungsangebote sind dafür nötig? Gemeinsam wurden erste Ansätze und Projektideen erarbeitet, um diese Fragen im Laufe des Jahres weiter voranzubringen.

Das Treffen machte deutlich: Der EDIH Südwestfalen blickt mit frischem Elan und klarer Vision in die Zukunft. Mit neuen Impulsen, engagierter Zusammenarbeit und einem starken Netzwerk im Rücken geht es jetzt weiter – mit dem Ziel, die digitale Transformation in der Region aktiv und praxisnah zu gestalten.

 

Agiles Projektmanagement verstehen und anwenden – Rückblick auf das Intensivseminar „Scrum Intensiv, agiles Projektmanagement & Künstliche Intelligenz“

Am 2. und 3. Februar 2026 fand an der Fachhochschule Südwestfalen in Meschede ein besonderes zweitägiges Intensivseminar von Prof. Dr. Elmar Holschbach statt: Erstmals nahmen Unternehmerinnen und Unternehmer gemeinsam mit Studierenden an einer Scrum-Intensivveranstaltung teil. Teilnehmende aus unterschiedlichen Branchen konnten sich so mit Studierenden intensiv mit agilen Methoden, dem Scrum-Framework und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Projektmanagement auseinandersetzen.

Zwei Tage voller Praxis, Austausch und neuer Impulse

Nur wenige Projekte verlaufen exakt nach Plan, diese Erfahrung teilen viele Unternehmen unabhängig von Branche oder Größe. Genau hier setzte das Seminar von Prof. Holschbach und Mitarbeiterin Annika Pilgrim an: Ziel war es, agiles Projektmanagement nicht nur theoretisch zu erklären, sondern erlebbar zu machen und konkrete Werkzeuge für den Projektalltag zu vermitteln.

Das Seminar kombinierte fundierte Theorieinputs mit interaktiven Übungen, Gruppenarbeiten und Simulationen. Der gemeinsame Lernraum von Wirtschaft und Hochschule erwies sich dabei als besonderer Mehrwert: Unternehmer brachten reale Projekt- und Praxiserfahrungen ein, während Studierende aktuelle Methodenkenntnisse, frische Perspektiven und wissenschaftliche Impulse beisteuerten. So konnten die Teilnehmenden Scrum nicht nur kennenlernen, sondern direkt anwenden und reflektieren, immer mit Blick auf reale Projektkontexte und aktuelle Herausforderungen vor mit Hinblick auf die Anwendbarkeit von Künstlicher Intelligenz im Projektumfeld.

Teil 1: Grundlagen, Scrum und KI im Projektmanagement

Der erste Seminartag startete mit einer gemeinsamen Einordnung: Was bedeutet Agilität im Unternehmenskontext wirklich? Welche Unterschiede bestehen zwischen klassischen und agilen Projektansätzen und wodurch zeichnen sich agile Organisationen aus?

Darauf aufbauend wurde das Scrum-Framework im Detail betrachtet. Im Fokus standen die Rollen im Scrum-Team, die einzelnen Events sowie die Bedeutung der Scrum-Artefakte. Ergänzt wurde dies durch eine praxisnahe Einordnung von Künstlicher Intelligenz im Projektmanagement: Von konkreten Anwendungsbeispielen über Chancen bis hin zu Grenzen.

Durch interaktive Übungen konnten die Teilnehmenden das Gelernte direkt anwenden, diskutieren und vertiefen. Der Austausch in der Gruppe trug dazu bei, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und eigene Erfahrungen einzubringen.

Teil 2: Agiles Arbeiten vertiefen und anwenden

Am zweiten Tag stand die praktische Anwendung agiler Techniken im Mittelpunkt. Nach einer kurzen Reflexion der Erkenntnisse aus Tag 1 arbeiteten die Teilnehmenden mit Methoden und (KI-)Tools wie User Stories, Planning Poker, Product Goal, Velocity und dem Scrum Board.

Anhand konkreter Beispiele wurde gezeigt, wie agile Methoden die Zusammenarbeit im Team verbessern, Transparenz schaffen und den Kundennutzen steigern können. Darüber hinaus ging es um die Fortschrittsmessung in agilen Projekten sowie um Strategien zur Skalierung von Scrum in größeren Organisationen.

Neben dem fachlichen Input kam auch der persönliche Austausch nicht zu kurz: Zusammenarbeit, Diskussionen und der gemeinsame Spaß am Lernen prägten den zweiten Seminartag.

Gemeinsames Lernen als Erfolgsfaktor

Ob mit Vorerfahrung im agilen Arbeiten oder als Neueinsteiger: Das Intensivseminar bot praxisnahes Wissen, konkrete Methoden und wertvolle Impulse für die tägliche Projektarbeit. Insbesondere das gemeinsame Format von Unternehmern und Studierenden zeigte eindrucksvoll, wie beide Seiten voneinander profitieren können: Praxisnahe Einblicke und reale Herausforderungen auf der einen Seite, methodische Tiefe, neue Denkansätze und Zukunftsperspektiven auf der anderen. Gleichzeitig nutzten die Teilnehmenden und Prof. Dr. Elmar Holschbach die Gelegenheit zum branchenübergreifenden Networking und zum intensiven Austausch über eigene Projekt- und Unternehmenserfahrungen.

EDIH Südwestfalen geht in die nächste Förderphase

Ein wichtiger Erfolg für die digitale Innovationsarbeit in der Region: Der EDIH Südwestfalen erhält die EU-Förderung für eine zweite Projektphase. Damit wird die Arbeit des EDIH über den bisherigen Förderzeitraum hinaus fortgesetzt und weiter ausgebaut. Die neue Förderphase läuft von Januar 2026 bis Dezember 2028.

Die erneute Förderung bestätigt den erfolgreichen Aufbau des EDIH Südwestfalen als zentrale Anlaufstelle für digitale Innovationen in der Region. In der ersten Projektphase konnten zahlreiche Unternehmen und Organisationen bei der Einführung und Erprobung digitaler Technologien unterstützt werden. Besonders Formate wie praxisnahe Workshops, Train-the-Trainer-Veranstaltungen, Informations- und Netzwerkformate sowie Unternehmensbesuche und Digitalisierungsprojekte stießen auf sehr große Resonanz und wurden von den Teilnehmenden als niedrigschwellig, hilfreich und direkt umsetzbar wahrgenommen.

In der zweiten Förderphase wird dieser erfolgreiche Ansatz konsequent weitergeführt und inhaltlich geschärft. Der neue thematische Schwerpunkt des EDIH Südwestfalen richtet sich künftig stärker am Leitthema Künstliche Intelligenz aus und legt dabei einen besonderen Fokus auf die Anbindung an europäische KI- und Dateninfrastrukturen. Ziel ist es, Unternehmen und Organisationen noch gezielter dabei zu unterstützen, KI-Technologien verantwortungsvoll, praxisnah und zukunftssicher in ihre Prozesse zu integrieren. Damit bleibt der EDIH Südwestfalen ein zentraler Impulsgeber für digitale Innovation, Vernetzung und Zukunftsfähigkeit in der Region.

 

Zukunftswerkstatt – Digitalisierung in der GFO: Impulse, Austausch und konkrete Zukunftsbilder

Wie kann Digitalisierung den Arbeitsalltag in den verschiedenen Einrichtungen der Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) der unterstützen? Mit dieser Leitfrage hat der EDIH Südwestfalen gemeinsam mit der GFO mehrere Veranstaltungen unter dem Titel „Zukunftswerkstatt – Digitalisierung in der GFO“ durchgeführt. Die GFO ist ein starker gemeinnütziger, regional verankerter Verbund mit über 100 Einrichtungen und rund 17.500 Mitarbeitenden in Nordrhein-Westfalen und dem nördlichen Rheinland-Pfalz, der von Krankenhäusern und MVZ über Pflegeeinrichtungen, Hospize und Palliativversorgung bis hin zu Kindergärten, Erziehungshilfen, Schulen und Bildungsangeboten im Gesundheitsbereich reicht.

Ziel der Veranstaltungsreihe war es, Mitarbeitende aktiv einzubeziehen, Erfahrungen sichtbar zu machen und gemeinsam erste Ideen für die digitale Weiterentwicklung zu entwickeln. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die Technik selbst, sondern auch der Austausch: Was läuft bereits gut? Wo hakt es? Und welche digitalen Lösungen könnten in Zukunft helfen?

Ziel der Veranstaltungsreihe war es, einen praxisnahen Überblick über die Möglichkeiten der Digitalisierung zu geben und gleichzeitig Raum für offenen Austausch zu schaffen. Mitarbeitende aus unterschiedlichen Fachbereichen konnten ihre bisherigen Erfahrungen mit Digitalisierungsprojekten teilen, voneinander lernen und gemeinsam diskutieren, wo digitale Lösungen im Arbeitsalltag unterstützen können. Ein weiterer Schwerpunkt lag darauf, die aktive Beteiligung der Mitarbeitenden zu fördern, konkrete Bedarfe sichtbar zu machen und bestehende Hemmnisse offen anzusprechen. Auf dieser Grundlage sollten Design Fictions, d.h. erste Ideen für alltagstaugliche, realistische digitale Lösungen entstehen, die sich an den tatsächlichen Anforderungen der GFO orientieren.

Die Zukunftswerkstatt zeigt, dass Digitalisierung dann besonders wirksam ist, wenn sie gemeinsam mit den Mitarbeitenden entwickelt wird. Für den EDIH Südwestfalen und die GFO bieten die Workshops eine wertvolle Basis, um Digitalisierungsbedarfe zu priorisieren, Hemmnisse gezielt anzugehen und nächste Projektideen weiter auszuarbeiten.