Interaktive Workshops als Grundlage für die Entwicklung eines Planspiels zur generativen künstlichen Intelligenz

Wie wirken sich Digitalisierung und Künstliche Intelligenz konkret auf Unternehmen aus? Welche strategischen Entscheidungen sind heute entscheidend und welche Folgen haben sie morgen? Und wie sieht eigentlich das ideale Planspiel zum Erleben von Künstlicher Intelligenz aus? In mehreren voneinander unabhängigen Workshops erlebten Teilnehmer die Grundlagen von Industrie 4.0 spielerisch und bereiten gleichzeitig ein neu entwickeltes KI-Planspiel vor. Die Teilnehmenden übernehmen die Neuausrichtung eines fiktiven Unternehmens und trafen im Rahmen einer Simulation zahlreiche Entscheidungen rund um Digitalisierung, Prozesse und Organisation.

Mithilfe eines bewährten Industrie 4.0 Planspiels erfuhren die Teilnehmenden anschaulich, wie digitale Reifegrade entstehen, welche Stellhebel zur Verfügung stehen und wie sich Entscheidungen über den gesamten Verlauf der Simulation auswirken. Gleichzeitig wurden Aspekte wie Nachhaltigkeit, Umsetzbarkeit und strategische Weitsicht bewusst in den Fokus gerückt.

Neue Erkenntnisse für das KI-Planspiel

Parallel zu den Workshops wurde ein Fragebogen entwickelt, der die Wünsche und Erwartungen der Teilnehmenden an ein Planspiel zur generativen KI und LLM-Systemen abfragt. Sowohl die Erfahrungen aus dem bestehenden Industrie 4.0 Planspiel, als auch die Ergebnisse des Fragebogens dienen als Grundlage für die Konzeption eines neuen KI-Planspiels. So wird sichergestellt, dass das neue Spiel praxisnah gestaltet ist, relevante Szenarien abbildet und die Teilnehmenden optimal auf die neuen Möglichkeiten mit generativen intelligenten Systemen wie z.B. Chatbots und KI-Agenten vorbereitet.

Die Kombination aus praxisnaher Simulation, gezielter Bedarfsabfrage und strategischer Reflexion schaffte einen interaktiven Lernraum, der Unternehmen, ihre Mitarbeitenden, Schülerinnen und Schüler, Studierende und Auszubildende auf die digitale Zukunft vorbereitet und gleichzeitig als Grundlage für ein bedarfsgerecht entwickeltes Planspiel diente.

Kick-off 2026: Neue Impulse und frische Ausrichtung im Zeichen der Künstlichen Intelligenz

Am 29. Januar fand das Kick-off-Meeting des EDIH Südwestfalen-Teams statt – ein gelungener Start in das neue Jahr und der Auftakt für viele spannende Entwicklungen. In intensiven Gesprächen wurden neue Ideen entwickelt, Schwerpunkte gesetzt und die zukünftige strategische Ausrichtung diskutiert.

Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf dem Thema Künstliche Intelligenz: Wie können Unternehmen in Südwestfalen die Potenziale von KI noch besser nutzen, und welche Unterstützungsangebote sind dafür nötig? Gemeinsam wurden erste Ansätze und Projektideen erarbeitet, um diese Fragen im Laufe des Jahres weiter voranzubringen.

Das Treffen machte deutlich: Der EDIH Südwestfalen blickt mit frischem Elan und klarer Vision in die Zukunft. Mit neuen Impulsen, engagierter Zusammenarbeit und einem starken Netzwerk im Rücken geht es jetzt weiter – mit dem Ziel, die digitale Transformation in der Region aktiv und praxisnah zu gestalten.

 

Agiles Projektmanagement verstehen und anwenden – Rückblick auf das Intensivseminar „Scrum Intensiv, agiles Projektmanagement & Künstliche Intelligenz“

Am 2. und 3. Februar 2026 fand an der Fachhochschule Südwestfalen in Meschede ein besonderes zweitägiges Intensivseminar von Prof. Dr. Elmar Holschbach statt: Erstmals nahmen Unternehmerinnen und Unternehmer gemeinsam mit Studierenden an einer Scrum-Intensivveranstaltung teil. Teilnehmende aus unterschiedlichen Branchen konnten sich so mit Studierenden intensiv mit agilen Methoden, dem Scrum-Framework und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Projektmanagement auseinandersetzen.

Zwei Tage voller Praxis, Austausch und neuer Impulse

Nur wenige Projekte verlaufen exakt nach Plan, diese Erfahrung teilen viele Unternehmen unabhängig von Branche oder Größe. Genau hier setzte das Seminar von Prof. Holschbach und Mitarbeiterin Annika Pilgrim an: Ziel war es, agiles Projektmanagement nicht nur theoretisch zu erklären, sondern erlebbar zu machen und konkrete Werkzeuge für den Projektalltag zu vermitteln.

Das Seminar kombinierte fundierte Theorieinputs mit interaktiven Übungen, Gruppenarbeiten und Simulationen. Der gemeinsame Lernraum von Wirtschaft und Hochschule erwies sich dabei als besonderer Mehrwert: Unternehmer brachten reale Projekt- und Praxiserfahrungen ein, während Studierende aktuelle Methodenkenntnisse, frische Perspektiven und wissenschaftliche Impulse beisteuerten. So konnten die Teilnehmenden Scrum nicht nur kennenlernen, sondern direkt anwenden und reflektieren, immer mit Blick auf reale Projektkontexte und aktuelle Herausforderungen vor mit Hinblick auf die Anwendbarkeit von Künstlicher Intelligenz im Projektumfeld.

Teil 1: Grundlagen, Scrum und KI im Projektmanagement

Der erste Seminartag startete mit einer gemeinsamen Einordnung: Was bedeutet Agilität im Unternehmenskontext wirklich? Welche Unterschiede bestehen zwischen klassischen und agilen Projektansätzen und wodurch zeichnen sich agile Organisationen aus?

Darauf aufbauend wurde das Scrum-Framework im Detail betrachtet. Im Fokus standen die Rollen im Scrum-Team, die einzelnen Events sowie die Bedeutung der Scrum-Artefakte. Ergänzt wurde dies durch eine praxisnahe Einordnung von Künstlicher Intelligenz im Projektmanagement: Von konkreten Anwendungsbeispielen über Chancen bis hin zu Grenzen.

Durch interaktive Übungen konnten die Teilnehmenden das Gelernte direkt anwenden, diskutieren und vertiefen. Der Austausch in der Gruppe trug dazu bei, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und eigene Erfahrungen einzubringen.

Teil 2: Agiles Arbeiten vertiefen und anwenden

Am zweiten Tag stand die praktische Anwendung agiler Techniken im Mittelpunkt. Nach einer kurzen Reflexion der Erkenntnisse aus Tag 1 arbeiteten die Teilnehmenden mit Methoden und (KI-)Tools wie User Stories, Planning Poker, Product Goal, Velocity und dem Scrum Board.

Anhand konkreter Beispiele wurde gezeigt, wie agile Methoden die Zusammenarbeit im Team verbessern, Transparenz schaffen und den Kundennutzen steigern können. Darüber hinaus ging es um die Fortschrittsmessung in agilen Projekten sowie um Strategien zur Skalierung von Scrum in größeren Organisationen.

Neben dem fachlichen Input kam auch der persönliche Austausch nicht zu kurz: Zusammenarbeit, Diskussionen und der gemeinsame Spaß am Lernen prägten den zweiten Seminartag.

Gemeinsames Lernen als Erfolgsfaktor

Ob mit Vorerfahrung im agilen Arbeiten oder als Neueinsteiger: Das Intensivseminar bot praxisnahes Wissen, konkrete Methoden und wertvolle Impulse für die tägliche Projektarbeit. Insbesondere das gemeinsame Format von Unternehmern und Studierenden zeigte eindrucksvoll, wie beide Seiten voneinander profitieren können: Praxisnahe Einblicke und reale Herausforderungen auf der einen Seite, methodische Tiefe, neue Denkansätze und Zukunftsperspektiven auf der anderen. Gleichzeitig nutzten die Teilnehmenden und Prof. Dr. Elmar Holschbach die Gelegenheit zum branchenübergreifenden Networking und zum intensiven Austausch über eigene Projekt- und Unternehmenserfahrungen.

EDIH Südwestfalen geht in die nächste Förderphase

Ein wichtiger Erfolg für die digitale Innovationsarbeit in der Region: Der EDIH Südwestfalen erhält die EU-Förderung für eine zweite Projektphase. Damit wird die Arbeit des EDIH über den bisherigen Förderzeitraum hinaus fortgesetzt und weiter ausgebaut. Die neue Förderphase läuft von Januar 2026 bis Dezember 2028.

Die erneute Förderung bestätigt den erfolgreichen Aufbau des EDIH Südwestfalen als zentrale Anlaufstelle für digitale Innovationen in der Region. In der ersten Projektphase konnten zahlreiche Unternehmen und Organisationen bei der Einführung und Erprobung digitaler Technologien unterstützt werden. Besonders Formate wie praxisnahe Workshops, Train-the-Trainer-Veranstaltungen, Informations- und Netzwerkformate sowie Unternehmensbesuche und Digitalisierungsprojekte stießen auf sehr große Resonanz und wurden von den Teilnehmenden als niedrigschwellig, hilfreich und direkt umsetzbar wahrgenommen.

In der zweiten Förderphase wird dieser erfolgreiche Ansatz konsequent weitergeführt und inhaltlich geschärft. Der neue thematische Schwerpunkt des EDIH Südwestfalen richtet sich künftig stärker am Leitthema Künstliche Intelligenz aus und legt dabei einen besonderen Fokus auf die Anbindung an europäische KI- und Dateninfrastrukturen. Ziel ist es, Unternehmen und Organisationen noch gezielter dabei zu unterstützen, KI-Technologien verantwortungsvoll, praxisnah und zukunftssicher in ihre Prozesse zu integrieren. Damit bleibt der EDIH Südwestfalen ein zentraler Impulsgeber für digitale Innovation, Vernetzung und Zukunftsfähigkeit in der Region.

 

Zukunftswerkstatt – Digitalisierung in der GFO: Impulse, Austausch und konkrete Zukunftsbilder

Wie kann Digitalisierung den Arbeitsalltag in den verschiedenen Einrichtungen der Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) der unterstützen? Mit dieser Leitfrage hat der EDIH Südwestfalen gemeinsam mit der GFO mehrere Veranstaltungen unter dem Titel „Zukunftswerkstatt – Digitalisierung in der GFO“ durchgeführt. Die GFO ist ein starker gemeinnütziger, regional verankerter Verbund mit über 100 Einrichtungen und rund 17.500 Mitarbeitenden in Nordrhein-Westfalen und dem nördlichen Rheinland-Pfalz, der von Krankenhäusern und MVZ über Pflegeeinrichtungen, Hospize und Palliativversorgung bis hin zu Kindergärten, Erziehungshilfen, Schulen und Bildungsangeboten im Gesundheitsbereich reicht.

Ziel der Veranstaltungsreihe war es, Mitarbeitende aktiv einzubeziehen, Erfahrungen sichtbar zu machen und gemeinsam erste Ideen für die digitale Weiterentwicklung zu entwickeln. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die Technik selbst, sondern auch der Austausch: Was läuft bereits gut? Wo hakt es? Und welche digitalen Lösungen könnten in Zukunft helfen?

Ziel der Veranstaltungsreihe war es, einen praxisnahen Überblick über die Möglichkeiten der Digitalisierung zu geben und gleichzeitig Raum für offenen Austausch zu schaffen. Mitarbeitende aus unterschiedlichen Fachbereichen konnten ihre bisherigen Erfahrungen mit Digitalisierungsprojekten teilen, voneinander lernen und gemeinsam diskutieren, wo digitale Lösungen im Arbeitsalltag unterstützen können. Ein weiterer Schwerpunkt lag darauf, die aktive Beteiligung der Mitarbeitenden zu fördern, konkrete Bedarfe sichtbar zu machen und bestehende Hemmnisse offen anzusprechen. Auf dieser Grundlage sollten Design Fictions, d.h. erste Ideen für alltagstaugliche, realistische digitale Lösungen entstehen, die sich an den tatsächlichen Anforderungen der GFO orientieren.

Die Zukunftswerkstatt zeigt, dass Digitalisierung dann besonders wirksam ist, wenn sie gemeinsam mit den Mitarbeitenden entwickelt wird. Für den EDIH Südwestfalen und die GFO bieten die Workshops eine wertvolle Basis, um Digitalisierungsbedarfe zu priorisieren, Hemmnisse gezielt anzugehen und nächste Projektideen weiter auszuarbeiten.

Smarte Produktion in der flexiblen, skalierbaren Fertigungszelle

Wie können produzierende Unternehmen flexibel, wirtschaftlich und zugleich nachhaltiger auf steigende Variantenvielfalt reagieren? Mit dieser Fragestellung beschäftigte sich das Projekt SkaLaB – Skalierbares Zentrum für die Herstellung von Karosseriebauteilen aus Blech. Gemeinsam mit den Lehrstühlen für Umformtechnik (UTS) und Fertigungsautomatisierung und Montage (FAMS) der Universität Siegen sowie Partnern wie der FernUniversität in Hagen, HMT Heldener Metalltechnik GmbH & Co. KG, Franz Hof GmbH, ISG Industrielle Steuerungstechnik GmbH, MPA Technology GmbH, TWT GmbH, VIA Consult GmbH & Co. KG und voestalpine AG hat der EDIH Südwestfalen eine flexible, ökonomisch und ökologisch nachhaltigere Produktionszelle für Blechbauteile entwickelt. Gefördert wurde SkaLaB im Rahmen des Moduls a2 durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Insbesondere in der Automobil- und Zulieferindustrie wächst der Bedarf an flexiblen Produktionssystemen, da klassische, starr verkettete Anlagen häufig nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können, wenn Varianten zunehmen und die Losgrößen sinken. Vor diesem Hintergrund zielte SkaLaB darauf ab, hochflexible, seriennah nutzbare Herstellungszentren zu entwickeln, mit denen geometrisch unterschiedliche Karosseriebauteile auch bei Stückzahlen unter 50.000 pro Jahr wirtschaftlich gefertigt werden können. Die Prozessketten sind dabei modular und rekonfigurierbar aufgebaut, sodass sie sich an wechselnde Anforderungen anpassen lassen und perspektivisch sogar eine wirtschaftliche Fertigung bis hin zur Losgröße 1 ermöglichen.

Anfang Dezember 2025 wurde der Demonstrator an der Universität Siegen erfolgreich vorgestellt. Zwei Use-Cases zeigten live, wie die skalierbare Fertigungszelle flexibel auf unterschiedliche Bauteilgeometrien reagiert. Herzstück des Projekts ist ein neu entwickelter, KI-basierter Prozessgenerator, der ausgehend von CAD-Daten automatisiert geeignete Prozessketten plant und Roboter, Sensorik sowie unterschiedliche Maschinentypen intelligent aufeinander abstimmt. Ergänzt wird die reale Fertigungszelle durch eine vollständig digital abgebildete Version – einen digitalen Zwilling –, in der Prozesse simuliert, analysiert und optimiert werden können, bevor sie physisch umgesetzt werden. Auf diese Weise entstehen eine höhere Flexibilität bei Produktwechseln, eine transparente und datenbasierte Prozessplanung sowie wirtschaftlich tragfähige Lösungen auch für kleinere Serien bei gleichzeitig reduzierten Umrüstzeiten und Investitionsrisiken.

Seit dem Projektstart im Januar 2022 wurden der Aufbau einer skalier- und rekonfigurierbaren Demonstratorzelle, die Entwicklung repräsentativer Bauteile, die Validierung durch zwei erfolgreiche Use-Cases, die Implementierung eines KI-gestützten Prozessplanungsansatzes sowie die Erarbeitung eines tragfähigen Geschäftsmodells realisiert. Auch nach dem offiziellen Projektabschluss wird die Zelle weiter genutzt und für Demonstrationen in Forschung und Wirtschaft geöffnet. SkaLaB zeigt damit praxisnah, wie produzierende Unternehmen durch modulare Fertigungssysteme, KI-gestützte Prozessplanung, digitale Zwillinge und flexible Automatisierung ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken können und liefert wichtige Impulse für die digitale Transformation der Industrie – insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen in Südwestfalen.

Digitale Exergames für Prävention und Rehabilitation

Gemeinsam mit Plankpad und der Marien Aktiv gGmbH hat der EDIH Südwestfalen ein Projekt zur Entwicklung und Erprobung digitaler Bewegungsspiele für die Rehabilitation und Prävention umgesetzt. Plankpad ist ein innovatives Trainingssystem, das körperliche Aktivität mit interaktiven Spielelementen verbindet und damit neue, motivierende Zugänge zu Bewegung schafft. Die Anwendungspartnerin Marien Aktiv ist einer der größten ambulanten Reha- und Präventionsanbieter in der Region Siegen mit rund 60–80 Mitarbeitenden. An zwei modern ausgestatteten Standorten, darunter ein Zentrum direkt am St. Marien-Krankenhaus, bietet Marien Aktiv ein breites Spektrum in der orthopädischen und kardiologischen Rehabilitation, Prävention sowie betrieblichen Gesundheitsförderung und gilt als besonders innovationsoffene Einrichtung.

Ziel des gemeinsamen Projekts war es, mehrere therapeutisch fundierte Exergames für das Plankpad zu konzipieren, die gezielt Rumpfstabilität, Gleichgewicht, Koordination und Reaktionsfähigkeit fördern. Ausgangspunkt bildete eine umfassende Bedarfs- und Kontextanalyse direkt aus dem rehabilitativen Alltag. In enger Zusammenarbeit mit Therapeutinnen, Therapeuten und Teilnehmenden von Marien Aktiv, unter anderem im Rahmen des von der Deutschen Rentenversicherung geförderten Präventionsprogramms RV Fit – wurden Anforderungen, Nutzungsszenarien und Einsatzmöglichkeiten digitaler Trainingssysteme untersucht. Dabei zeigte sich eine hohe Akzeptanz spielerischer, digitaler Bewegungsangebote sowie ein klarer Bedarf an niedrigschwelligen Lösungen, die sich flexibel in bestehende Therapieabläufe integrieren lassen.

Auf dieser Basis wurden Exergame-Konzepte entwickelt, die körperliches Training mit spielerischer Motivation verbinden. Fortschrittsanzeigen und interaktive Aufgaben sorgen dafür, dass Bewegung nicht nur effektiv, sondern auch motivierend gestaltet wird. Ein besonderer Fokus lag darauf, die Anwendungen so zu gestalten, dass sie sowohl selbstständig als auch therapeutisch begleitet genutzt werden können und sich beispielsweise in Wartezeiten oder zwischen Therapieeinheiten sinnvoll einsetzen lassen. Dadurch können Bewegungszeiten erhöht und therapeutische Prozesse unterstützt werden, ohne den Praxisalltag zusätzlich zu belasten.

Die entwickelten Exergames werden bei der Marien Aktiv in einem realen Reha- und Präventionssetting implementiert und pilotiert. Die Einrichtung bot mit ihrer interdisziplinären Struktur, der vorhandenen technischen Infrastruktur und einer breiten Zielgruppe optimale Voraussetzungen für eine praxisnahe Erprobung. Das Projekt ist inzwischen abgeschlossen. Aktuell befindet es sich in einer wissenschaftlichen Abschlussevaluierung, in der Akzeptanz, Nutzung und therapeutische Effekte der digitalen Exergames systematisch ausgewertet werden. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, digitale Bewegungsspiele wie das Plankpad langfristig als evidenzbasierte Ergänzung in der medizinischen Rehabilitation und Prävention zu etablieren.

Makerthon Hagen: Wenn aus Ideen konkrete Lösungen werden

Ein ganzes Wochenende lang verwandelte sich die erste Etage des M12 in einen kreativen Hochleistungsraum. 30 Studierende – überwiegend von der Fachhochschule Südwestfalen – stellten sich sechs realen Herausforderungen regionaler Industriebetriebe. Die Aufgabe: In nur 24 Stunden tragfähige Konzepte entwickeln, die echten Mehrwert liefern.

Der Makerthon – eine Kombination aus „Make“ und „Marathon“ – setzt bewusst auf Tempo, Teamarbeit und Praxisnähe. Statt theoretischer Fallstudien arbeiteten die Teams an konkreten Fragestellungen aus Unternehmen der Region Südwestfalen. Kommunikation auf Englisch, interdisziplinäre Gruppen, hoher Zeitdruck – die Bedingungen waren anspruchsvoll. Genau das machte den Reiz aus. Die Themen reichten von digitalem Vertrieb über nachhaltige Innovationen bis hin zur Erschließung neuer Märkte. Für viele Betriebe steht die Industrie vor einem tiefgreifenden Transformationsprozess – neue Geschäftsmodelle, Digitalisierung, Klimaanforderungen und Fachkräftesicherung inklusive. Genau hier setzte das Format an: frische Perspektiven von außen, kombiniert mit unternehmerischer Realität. Am Samstag präsentierten die Teams ihre Ergebnisse vor einer Fachjury aus Wirtschaft und Hochschule. Bewertet wurden Innovationsgrad, Umsetzbarkeit und strategischer Nutzen.

Mehr als ein Wettbewerb

Für SCHLAGER Industrieofenbau entwickelten Studierende eine digitale Vertriebslösung, die Prozesse effizienter gestaltet und unnötige Kundentermine reduziert. Ein Konzept, das unmittelbar einsetzbar ist. Mehrere Unternehmen luden ihre Teams im Anschluss zu weiterführenden Gesprächen ein, um die Ansätze zu vertiefen. Genau hier zeigt sich der eigentliche Mehrwert: Der Makerthon war nicht nur Ideenschmiede, sondern auch Talentplattform.

Ein Format mit Zukunft

Der erste Industrie-Makerthon im M12 hat gezeigt, wie viel Potenzial in der Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft steckt. In nur 24 Stunden entstanden praxistaugliche Konzepte, neue Netzwerke und konkrete Anknüpfungspunkte für weitere Kooperationen. Gerade im industriell geprägten Südwestfalen ist die Sicherung von Fachkräften ein strategisches Thema. Formate wie dieses schaffen direkte Kontakte zwischen engagierten Studierenden und Unternehmen – praxisnah, auf Augenhöhe und mit echtem Mehrwert für beide Seiten.

Digitale Onboarding-Plattform

Gemeinsam mit invema e. V. hat der EDIH Südwestfalen eine digitale Onboarding-Plattform für neue Mitarbeitende entwickelt. Ziel war es, den Einstieg ins Unternehmen einfacher, übersichtlicher und zeitgemäßer zu gestalten – ganz ohne dicke Ordner und Zettelwirtschaft.

Die invema e. V. ist ein etablierter sozialer Träger mit über 400 Mitarbeitenden, der Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen begleitet und unterstützt. Invema steht für professionelle soziale Arbeit, klare Strukturen und gleichzeitig für Offenheit gegenüber neuen, digitalen Lösungen. Genau diese Mischung aus Praxisnähe und Innovationsbereitschaft hat Invema zu einem starken Projektpartner für uns gemacht.

In dem neuen System können sich neue und alte Mitarbeitende über einen geschützten Login anmelden und sehen direkt die Inhalte, die für ihren jeweiligen Bereich relevant sind. Die klassische Startermappe wurde dabei eins zu eins in die digitale Welt übertragen: gleiche Struktur, gleiche Kapitel, gleiche Farben – nur eben online und jederzeit verfügbar.

Alle Inhalte sind klar gegliedert, leicht auffindbar und auch auf dem Smartphone gut nutzbar. Egal ob Infos zu Abläufen, Ansprechpartnern oder wichtigen Dokumenten – alles ist zentral an einem Ort gebündelt. Je nach Bereich werden zusätzlich spezielle Inhalte freigeschaltet, sodass niemand von Informationen erschlagen wird, die er oder sie gar nicht braucht.

Ein weiterer wichtiger Punkt war die einfache Pflege der Inhalte: Teamleitungen und verantwortliche Personen können die Inhalte ihres eigenen Bereichs selbst aktualisieren, neue Dokumente hochladen und neue Mitarbeitende zuordnen – ganz ohne technische Vorkenntnisse. Gleichzeitig bleibt alles sauber getrennt, sodass jede*r nur den eigenen Bereich bearbeiten kann.

Das Projekt ist abgeschlossen, befindet sich aktuell aber noch in einer wissenschaftlichen Abschlussevaluierung, in der Nutzung, Akzeptanz und Mehrwert der digitalen Onboarding-Plattform systematisch ausgewertet werden. Die Ergebnisse liefern wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung und den nachhaltigen Einsatz digitaler Onboarding-Lösungen im sozialen Bereich.

EDIH beim IHK Einzelhandelsausschuss

Künstliche Intelligenz und insbesondere der Einsatz von ChatGPT standen im Mittelpunkt der Sitzung des IHK-Einzelhandelsausschusses der IHK Siegen am 29.10.2025. KI-Experte Florian Breda von der Universität Siegen, der als Experte des EDIH Südwestfalen bereits zum zweiten Mal in den Einzelhandelsausschuss eingeladen wurde, zeigte praxisnah auf, wie Handelsunternehmen KI gewinnbringend einsetzen können. Ein Schwerpunkt lag auf der automatisierten Kundenkommunikation, bei der Anfragen effizient und strukturiert beantwortet werden können.

Darüber hinaus erläuterte Breda weitere Anwendungsmöglichkeiten anhand konkreter Beispiele aus der Praxis. So können im Autohaus durch das Scannen von Kennzeichen beim Befahren des Geländes relevante Kundendaten in Echtzeit bereitgestellt werden. Service-Mitarbeitende erhalten dadurch sofort spezifische Informationen und können gezielt auf individuelle Bedürfnisse eingehen. Auch im Bereich Social Media demonstrierte er, wie mithilfe von KI-Tools automatisiert Videoinhalte erstellt und für Marketingzwecke genutzt werden können.