Vernetzte Produktion und 3D-Druck – Effiziente Ersatzteilherstellung

Die Herausforderungen der Ersatzteilversorgung

Wenn ein wichtiges mechanisches Maschinenteil ausfällt, steht der Maschinenbetreiber vor einer großen Herausforderung. Oftmals können die benötigten Ersatzteile nicht schnell genug vom Hersteller geliefert werden. In solchen Situationen bietet sich der 3D-Druck als eine sinnvolle und schnelle Alternative an.

Das Potenzial vernetzter Produktionsnetzwerke

Dank digitaler Unterstützung und Künstlicher Intelligenz (KI) lassen sich die Prozesse in einem Wertschöpfungsnetzwerk optimieren, wie der Demonstrator des Mittelstand-Digital Zentrums WertNetzWerke eindrucksvoll zeigt. Die Vernetzung unterschiedlicher Standorte ermöglicht eine schnelle und effiziente Produktion von Ersatzteilen. Dabei spielt auch die Nutzung von handschriftlich ausgefüllten Auftragsbegleitkarten eine wichtige Rolle, die in vielen Produktionen noch üblich sind.

Schritt-für-Schritt: Von der Ausfallmeldung zum fertigen Ersatzteil

1. Auftragserstellung und Klärung:

Nach dem Ausfall einer Maschine wird umgehend ein Auftragsticket erstellt. Dies geschieht in Abstimmung mit einem Scan-Dienstleister und einem 3D-Druckpartner, um die Machbarkeit und den Zeitrahmen der Ersatzteilproduktion zu klären. Eine handschriftlich ausgefüllte Auftragsbegleitkarte dokumentiert alle wichtigen Informationen und wird eingescannt und in die private Cloud hochgeladen.

2. 3D-Scan des defekten Teils:

Der Scan-Dienstleister vermisst das defekte Maschinenteil dreidimensional und erstellt ein 3D-Modell. Diese Daten sowie die aktualisierte Auftragsbegleitkarte werden verschlüsselt in die private Cloud des Wertschöpfungsnetzwerks hochgeladen, sodass der nächste Partner darauf zugreifen kann.

3. Konstruktion des Ersatzteils:

Die Daten des 3D-Scans werden in ein CAD-System eingelesen, entweder beim 3D-Druck-Partner oder einem Designspezialisten. Hier wird das Ersatzteil konstruiert. Auch in diesem Schritt wird die Auftragsbegleitkarte aktualisiert, eingescannt und in die Cloud hochgeladen, um alle Schritte nachvollziehbar zu dokumentieren.

4. Additive Fertigung:

Der 3D-Druckservice erhält die Konstruktionsdaten und beginnt mit der Produktion des Ersatzteils. Der gesamte Prozess wird digital überwacht und dokumentiert. Auch hier wird die Auftragsbegleitkarte nach jedem Schritt aktualisiert, eingescannt und in die Cloud hochgeladen, um sicherzustellen, dass alle Informationen stets aktuell sind und dem nächsten Partner zur Verfügung stehen.

5. Qualitätskontrolle:

Vor dem Einbau des neuen Teils prüft eine KI mit optischer Mustererkennung das Ersatzteil auf Fehlerfreiheit. Auch die Ergebnisse dieser Prüfung werden auf der Auftragsbegleitkarte vermerkt, die wiederum eingescannt und in die Cloud hochgeladen wird.

Datensicherheit und Transparenz

Alle im Prozess erzeugten Daten, einschließlich der handschriftlich ausgefüllten und eingescannten Auftragsbegleitkarten, werden verschlüsselt in der Netzwerkcloud gespeichert. Diese Cloud basiert auf der Open-Source-Software „Nextcloud“ und wird in Deutschland gehostet. Dadurch ist höchste Datensicherheit gewährleistet. Die verschlüsselten Daten umfassen den 3D-Scan, die Konstruktionsdaten und die Ergebnisse der KI-gestützten Qualitätskontrolle. Bei Bedarf können diese Daten durch eine externe KI ausgewertet werden, und die Mitglieder des Wertschöpfungsnetzwerks haben jederzeit dezentralen Zugriff auf die aktuellen Informationen.

Fazit

Die Vernetzung unterschiedlicher Produktionsstandorte und der Einsatz von 3D-Druck sowie KI ermöglichen eine schnelle und effiziente Herstellung von Ersatzteilen. Durch den Einsatz moderner Technologien und die Zusammenarbeit in einem Wertschöpfungsnetzwerk können Ausfallzeiten minimiert und die Betriebsbereitschaft von Maschinen sichergestellt werden. Die Integration handschriftlicher Auftragsbegleitkarten in den digitalen Workflow stellt sicher, dass auch traditionelle Dokumentationsmethoden nahtlos eingebunden sind.

Bleiben Sie informiert und nutzen Sie die Vorteile der vernetzten Produktion, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben.

Bei Fragen oder weiteren Informationen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

KI Guide – Förderung und Unterstützung für KI-Vorhaben in den Betrieben

Am 15. Mai fand ein weiterer Workshop der Reihe KI-Guide statt – diesmal zum Thema Förderung und Unterstützung von KI-Projekten in Unternehmen. In einem aktiven Format mit Pitches, Workshops und einer Mini-Messe hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich zu informieren und auszutauschen.

Die Workshopreihe „KI Guide in der Märkischen Region“ richtet sich an Unternehmen aus Hagen, dem Ennepe-Ruhr-Kreis und dem Märkischen Kreis und hat zum Ziel, Anwendungsfelder von KI in Unternehmen aufzuzeigen und die Anwendungssicherheit der Teilnehmenden zu stärken.

Vorgestellt wurden verschiedene Förderprogramme wie Mittelstand Innovativ & Digital (MID), das Forschungszulagengesetz, das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), das Qualifizierungschancengesetz und das Regionale Wirtschaftsförderungsprogramm. Darüber hinaus präsentierten sich mehrere Förderprojekte, die regionale Unterstützung für KI-Projekte anbieten, wie der European Digital Innovation Hub Südwestfalen, ATLAS Südwestfalen, das Zukunftszentrum KI NRW, das Mittelstand-Digital Zentrum WertNetzWerke, das Mittelstand-Digital Zentrum Ländliche Regionen & Mittelstand-Digital Zentrum Rheinland sowie EEN NRW / NRW.Europa.
Die Veranstaltung erleichterte den Zugang zu Fördermitteln und bot einen ersten Überblick. Besonders wertvoll war das Kennenlernen der regionalen Ansprechpartner. Die Veranstalter freuten sich über den großen Gesprächsbedarf und den intensiven Austausch.

„Kommunizieren mit ChatGPT und Nutzung unternehmensinterner Daten“: Rückblick auf eine erfolgreiche Veranstaltung

Am 17. Mai fand die online Veranstaltung „Kommunizieren mit ChatGPT und Nutzung unternehmensinterner Daten“ statt, moderiert von Sonja Riedel von der IHK Siegen. Die Veranstaltung bot wertvolle Einblicke in die praktische Anwendung von KI-Programmen wie ChatGPT im Unternehmenskontext.

Referent Florian Breda, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Siegen, führte die Teilnehmenden zunächst in die Grundlagen des Prompt Engineerings ein. Prompt Engineering bezieht sich auf den Prozess des Erstellens, Optimierens und Verfeinerns von Eingabeaufforderungen (Prompts) für Large Language Models (LLMs) wie GPT-4, um spezifische und gewünschte Antworten oder Ergebnisse zu erzielen. Da LLMs stark von den bereitgestellten Eingaben abhängig sind, ist es entscheidend, die Eingaben so zu gestalten, dass die Modelle präzise Informationen oder Aktionen liefern. Anhand praktischer Beispiele zeigte Florian Breda, wie Anforderungen z.B. durch Rollenzuweisung, Beispiele und Teilaufgaben zielgerichtet an ein KI-System formuliert werden können, um die Genauigkeit und Relevanz der Antworten zu erhöhen. Diese interaktiven Übungen verdeutlichten, wie Unternehmen oder KI-Nutzer durch gezielte Eingaben bessere Ergebnisse von der KI erhalten können.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde die Nutzung von ChatGPT-Alternativen und die Integration eigener Daten in diese Systeme behandelt. Florian Breda erklärte, wie frei verfügbare große Sprachmodelle (LLMs) mit unternehmensinternen Daten kombiniert werden können. Diese Modelle, die auf großen neuronalen Netzwerken basieren und mit riesigen Datenmengen trainiert werden, sind in der Lage, menschliche Sprache zu verstehen und darauf zu reagieren. Ein besonderes Highlight war die Möglichkeit für die Teilnehmenden, diese Sprachmodelle live auf einer von Florian Breda entwickelten Demoplattform auszuprobieren. Der Fokus lag dabei auf einem kontrollierten und sicheren Umgang mit unternehmenseigenen Daten, um Datenschutz und Datensicherheit zu gewährleisten.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine offene Sprechstunde, in der die Teilnehmenden ihre Erfahrungen beim Einsatz von KI-Systemen im Unternehmen teilen und offene Fragen klären konnten. Dieser Austausch bot wertvolle Einblicke in die praktische Umsetzung und die Herausforderungen, denen sich Unternehmen bei der Integration von KI-Technologien stellen müssen.

Zusammenfassend war die Veranstaltung ein großer Erfolg und bot den fünfzig Teilnehmenden nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch praktische Anwendungsmöglichkeiten, um KI-Technologien wie ChatGPT effizient in ihren Unternehmen zu nutzen.

Beispiel für Prompt Engineerings bei ChatGPT durch Zuweisung von Rollen

Erfolgsbilanz der „Digitalisierungsreihe 2024“: Ein Rückblick auf die Qualifizierungsinitiative für KMU

Erfolgreiches Online-Webinar zur Finanzielle Förderung von Forschung und Entwicklung

Am 14. Mai fand das Online-Seminar „Innovationsstark: Finanzen und weitere Stellhebel für Ihre Innovationskraft“ statt, organisiert vom Transferverbund Südwestfalen. Die Veranstaltung bot wertvolle Einblicke in die Finanzierung von Forschung und Entwicklung (F&E) und die Nutzung steuerlicher Forschungsförderung, speziell für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

Die Referenten Alexander Gawrtischkow und Nicolas Kopatz vom Steinbeis Transferzentrum für Ressourceneffizienz, unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Michael Marré, führten die Teilnehmer durch die wichtigsten Aspekte der steuerlichen Forschungsförderung in Deutschland. Diese wurde mit dem Wachstumschancengesetz 2024 nochmals attraktiver gestaltet, um KMU gezielt zu unterstützen. Seit Januar 2020 in Kraft, stellt diese Förderung ein eigenständiges Instrument dar, das sich von der klassischen Projektförderung abgrenzt.

Ein zentrales Thema des Seminars war das Innovation-Framework, ein ganzheitliches Rahmenmodell, das Unternehmen dabei unterstützt, einen umfassenden Innovationsansatz zu realisieren. Die Referenten präsentierten, wie durch die Kombination von steuerlicher Forschungsförderung und einem strukturierten Innovationsansatz Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem dynamischen Marktumfeld nachhaltig steigern können.

Neben der Finanzierung wurden auch weitere Erfolgsfaktoren für F&E-Projekte diskutiert. Alexander Gawrtischkow und Nicolas Kopatz teilten praxisnahe Beispiele und Erfahrungen aus ihrer Beratungstätigkeit bei https://innoplus.jetzt, wo sie Unternehmen dabei unterstützen, ihre Innovationskraft nachhaltig zu stärken.

Die Veranstaltung bot den Teilnehmern eine Plattform für den Austausch von Ideen und Erfahrungen. Die Teilnehmer zeigten sich besonders interessiert an den praktischen Tipps zur Implementierung des Innovation-Frameworks und der Nutzung steuerlicher Forschungsförderung.

Der Transferverbund Südwestfalen und der EDIH Südwestfalen bedankt sich bei allen Teilnehmern und Referenten für die erfolgreiche Veranstaltung und freuen sich auf zukünftige Seminare, die weiterhin wertvolle Einblicke und Unterstützung für die Innovationsfähigkeit von Unternehmen bieten werden.

Nachbericht: Webinar zum Einsatz von KI bei der Lageroptimierung

Am 07. Mai 2024 fand das Webinar „Einsatz von KI bei der Lageroptimierung“ statt, in dem faszinierende Einblicke in die Anwendung genetischer Algorithmen zur Optimierung von Fulfillment-Lagern gegeben wurden. Die Veranstaltung, organisiert vom Transferverbund Südwestfalen, war ein voller Erfolg und bot den Teilnehmern eine tiefgehende Einführung in die Prinzipien und praktischen Anwendungen dieser Technologie.

Gerrit Meyer zu Driehausen, Business Analyst bei kubion GmbH, führte die Teilnehmer durch das Webinar und erklärte, wie genetische KI, inspiriert von den Prinzipien der natürlichen Evolution, Lösungen für komplexe Probleme findet. Diese Methode kombiniert Variation, Selektion und Rekombination, um die besten Lösungskandidaten zu identifizieren. Der Referent hob hervor, dass diese innovative Technik nicht nur in der Lageroptimierung, sondern auch in der Optimierung von Produktionsprozessen, der Entwicklung neuer Materialien, der personalisierten Medizin und der Gestaltung intelligenter Systeme Anwendung findet.

Ein zentraler Fokus des Webinars lag auf der praktischen Umsetzung theoretischer Konzepte zur Steigerung der betrieblichen Effizienz und Automatisierung. Gerrit Meyer zu Driehausen präsentierte konkrete Anwendungsbeispiele und Erfolgsgeschichten aus der Praxis, die die vielfältigen Möglichkeiten genetischer Algorithmen veranschaulichten. Durch die Optimierung von Lagerprozessen können Unternehmen Lieferzeiten verkürzen und Kosten senken, was zu einer erheblichen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit führt.

Die Teilnehmer erhielten zudem wertvolle Einblicke in die Implementierung der Technologie durch die kubion GmbH und lernten, wie genetische Algorithmen zur Bewältigung spezifischer Herausforderungen im Fulfillment genutzt werden können. Die Anwendung dieser Algorithmen zur Lageroptimierung demonstrierte eindrucksvoll, wie Unternehmen durch den Einsatz fortschrittlicher KI-Technologien effizienter und effektiver arbeiten können. Das Webinar bot eine Plattform für den Austausch von Wissen und Erfahrungen und zeigte auf, wie genetische KI zur Lösung komplexer betrieblicher Herausforderungen beitragen kann.

Der Transferverbund Südwestfalen und der EDIH Südwestfalen bedankt sich bei allen Teilnehmern für ihr Interesse und freut sich auf zukünftige Veranstaltungen, die weiterhin innovative Technologien und deren Anwendungen in der Praxis beleuchten werden.

Erfolgreiches Konsortialtreffens des EDIH Südwestfalens an der Universität Siegen

Am 06.05.2024 fand ein erfolgreiches Konsortialtreffen des EDIH Südwestfalens an der Universität Siegen statt. Die Veranstaltung bot den Konsortialpartnern eine umfassende Gelegenheit zum Austausch und zur Zusammenarbeit.

Im Verlauf der Versammlung wurde nicht nur über Vergangenes und Zukünftiges reflektiert, sondern auch ein intensiver Blick auf die aktuellen Herausforderungen und Chancen geworfen. Es wurden nicht nur potenzielle neue Partnerschaftsmöglichkeiten entdeckt, sondern auch konkrete Schritte zur Weiterentwicklung des Projektes erarbeitet.

Ein zentraler Punkt auf der Agenda war die Vorbereitung der Tagung „Digitale Horizonte – Innovationskraft made in Südwestfalen“. Diese Veranstaltung bietet Unternehmen die Chance, sich über aktuelle Digitalisierungsangebote zu informieren, innovative Demonstratoren live zu erleben und von Best-Practice-Beispielen zu lernen. Durch ein vielseitiges Programm aus Fachvorträgen, interaktiven Workshops und Networking-Möglichkeiten streben wir danach, die digitale Transformation in der Region voranzutreiben und zu unterstützen. Weitere Informationen zur Tagung erhalten Sie hier: https://edih-swf.eu/digitale-horizonte/ Melden Sie sich noch heute an und gestalten Sie gemeinsam mit uns die Zukunft digitaler Innovationen in Südwestfalen!

Ein fester Bestandteil jeder Konsortialversammlung ist der Austausch innerhalb unserer Themencluster. Heute wurde an der Weiterentwicklung der Strategie jedes Clusters gearbeitet. Unsere Themencluster umfassen eine vielfältige Bandbreite an Themen, darunter KI, Innovationsmethoden, additive Fertigung und viele mehr. Weitere Informationen zu den Clustern des EDIH SWF finden Sie hier: https://edih-swf.eu/themen/

Das Konsortialtreffen war ein wichtiger Schritt für das EDIH-Projekt und trug maßgeblich zur Förderung der Zusammenarbeit und zum Austausch von Informationen innerhalb des Konsortiums bei. Wir danken der Konsortialführung Universität Siegen für die Organisation und freuen uns auf weitere produktive Treffen und Fortschritte im Rahmen des Projekts.


Menschzentrierte Technologieentwicklung und -einführung in Theorie und Praxis

Unser Leben ist heute stärker von Digitalisierung geprägt als je zuvor. Dennoch führt die Einführung neuer Technologien nicht immer zu dem erhofften Erfolg. Die Gründe dafür und mögliche Lösungen wurden im kostenlosen Workshop „Menschenzentrierte Technologieentwicklung und -einführung in Theorie und Praxis“ Anfang März von den European Digital Innovation Hubs (EDIH) Applied CPS und EDIH Südwestfalen diskutiert.

Eine mögliche Ursache des Problems liegt z. B. im Prozess der Technologieentwicklung, der sich auf die zu erfüllende Aufgabe fokussiert und die Endnutzer dabei nur wenig berücksichtigt. Dies erweist sich jedoch als ineffizient, da letztlich der Mensch über die Nutzung des Tools entscheidet. Anschließend scheitern entwickelte Technologien im Betriebsalltag aufgrund erheblicher Schwachstellen in der Handhabung. Daher wird der Ruf nach menschenzentrierten Ansätzen in der Technologieentwicklung lauter.

Der Workshop hat den „Siegener Ansatz“ zur Lösung dieses Problems vorgestellt: Zuerst wird die Arbeitspraxis untersucht, bevor die technische Problemlösung angegangen wird. Mensch und Technologie dürfen nicht losgelöst von ihrem Umfeld betrachtet werden. Nachdem die Arbeitspraxis verstanden ist, beginnt der technische Entwicklungsprozess unter Einbeziehung der Endnutzer:innen. Eine partizipative Herangehensweise und mehrere Feedbackschleifen stellen sicher, dass die Technologie den Anforderungen der Mitarbeitenden entspricht. Eine prototypische Piloteinführung kann ebenfalls dazu beitragen, weitere Designiterationen zu ermöglichen.

Anhand konkreter Beispiele aus der Holzindustrie konnte der Workshop verdeutlichen, wie neue Technologien langfristig erfolgreich in den Betriebsalltag integriert werden können. Die digitale Transformation kann nur gelingen, wenn sie den Menschen und sein (Arbeits-)Umfeld in den Mittelpunkt stellt. Das erfordert, den Entwicklungsprozessen durch fortlaufende Iteration mehr Dynamik zu verleihen. Entsprechende Theorieansätze sind vorhanden – jetzt ist es an der Zeit, sie in die Praxis umzusetzen.

Konfigurierbare Datencockpits: Ein Fachgespräch über Business Intelligence im Maschinenbau

In einem hochinteressanten Fachgespräch über Business Intelligence im Maschinenbau wurden die jüngsten Fortschritte im Bereich der konfigurierbaren Datencockpits vorgestellt. Das Event, initiiert vom Mittelstand-Digital Zentrum WertNetzWerke, bot einen tiefen Einblick in die neuesten Entwicklungen und ihre Anwendungen in der Industrie.

In nur sechs Monaten gelang es dem WertNetzWerke-Netzwerk, konfigurierbare Datencockpits zu entwickeln, die Entscheidungsträger:innen und Bediener:innen maßgeschneiderte Einblicke bieten. Unter der Leitung des Zentrums wurden die Erwartungen der Netzwerkpartner:innen formuliert, relevante interne und externe Informationen identifiziert, in homogene Datenmodelle überführt und mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) realisiert. Das Ergebnis sind zwei äußerst flexible Datencockpits, die sich auch auf andere Maschinen und Anlagen übertragen lassen.

Ein zentraler Aspekt dieses Projekts war die Zusammenführung von Maschinendaten mit einer Vielzahl weiterer Informationen, darunter Umweltdaten, Beleuchtungsdaten, Wetterdaten, Abrechnungsdaten und Stromverbrauch. Diese heterogenen Datenströme wurden verschlüsselt übermittelt, gefiltert, kategorisiert und in Beziehung gesetzt, wobei fortschrittliche KI-Technologien zum Einsatz kamen, um aussagekräftige Einsichten zu gewinnen.

Dr. Vladimir Rubin von ADEAL Systems, einer der Partner im Wertschöpfungsnetzwerk, spielte eine entscheidende Rolle bei der Strukturierung und Integration der Daten. Als selbsternannter „Dateningenieur“ konzentrierte er sich darauf, Datensilos zu bekämpfen und unterschiedliche Datenquellen miteinander zu verbinden.

Während des Fachgesprächs präsentierte Dr. Rubin gemeinsam mit Prof. Dr. Erich Behrendt vom Mittelstand-Digital Zentrum WertNetzWerke die Lösungen und erläuterte ihren Lösungsweg sowie ihre Übertragbarkeit auf weitere Anwendungsfälle.

Das Fachgespräch verdeutlichte eindrucksvoll, wie KI-basierte Technologien die Analyse und Nutzung von Daten revolutionieren können. Die entwickelten Datencockpits dienen nicht nur als Instrumente zur Effizienzsteigerung und Fehlerminimierung in der Produktion, sondern sind auch auf andere Maschinen und Anlagen übertragbar. Diese Flexibilität und Skalierbarkeit machen KI-basierte Datencockpits zu einem wertvollen Werkzeug für Unternehmen, die ihre Daten effektiver nutzen und ihre Entscheidungsfindung verbessern möchten. Darüber hinaus bot die Veranstaltung Gelegenheit, sich über die neuesten Entwicklungen und Best Practices im Bereich der Datenanalyse und KI zu informieren. Praxisnahe Einblicke und die Möglichkeit, komplexe Fachbegriffe in verständlicher Form zu erlernen, waren besonders wertvoll für Entscheidungsträger:innen, die den digitalen Wandel in ihren Unternehmen vorantreiben möchten.

Insgesamt verdeutlicht das Fachgespräch die Bedeutung von KI-basierten Datencockpits für die Zukunft der Industrie. Diese Technologien ermöglichen es Unternehmen, die Macht der Daten zu nutzen und durch intelligente Analysen Mehrwert zu schaffen.

5G-basierte Assistenzsysteme und Fachkräftesicherung. Ein Pilotprojekt im Märkischen Kreis

Die Einführung des 5G-Mobilfunkstandards öffnet das Tor zu revolutionären Veränderungen in der Art und Weise, wie wir arbeiten. Die Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben, sind weitreichend und haben das Potenzial, Branchen wie das Handwerk, die Logistik und die ambulante Pflege grundlegend zu transformieren. Mit 5G können Arbeitskräfte, die außerhalb traditioneller Büroumgebungen tätig sind, dezentral unterstützt werden, was eine signifikante Steigerung der Produktivität und Effizienz verspricht.

Einer der Schlüsselaspekte von 5G ist seine Fähigkeit, Mitarbeitende vor Ort in Echtzeit zu unterstützen. Diese Unterstützung aus der Ferne ermöglicht es den Mitarbeitenden, anspruchsvollere und komplexere Aufgaben zu übernehmen, als es bisher möglich war. Doch was genau macht 5G zu einem solchen Gamechanger, und wie unterscheidet es sich von den derzeitigen technologischen Lösungen?

Am 5. März 2023 fand eine wegweisende Veranstaltung statt, die genau dieses Thema behandelte. Unter dem Titel „5G-basierte Assistenzsysteme und Fachkräftesicherung: Ein Pilotprojekt im Märkischen Kreis“ teilten Ansgar Rahmacher, der das Forschungsprojekt „Inklusion 4.0“ der Gesellschaft für Bildung und Beruf e. V. für das Mittelstand-Digital Zentrum WertNetzWerke begleitete, zusammen mit Andreas Schattner von der Iserlohner Werkstätten gGmbH ihre praktischen Erfahrungen mit 5G. Sie beleuchten die Vorteile von 5G gegenüber aktuellen technischen Lösungen und diskutieren die Unterschiede zwischen 5G-Standalone- und Non-Standalone-Netzen. Zudem gaben sie Einblicke in die Welt der öffentlichen Netze und Campusnetze.

Ein besonders interessantes Thema ist ihre Erfahrung mit der Errichtung und Nutzung eines 5G-Campusnetzes. Durch Filmsequenzen bieten sie anschauliche Beispiele, wie 5G in der Praxis eingesetzt werden kann. Diese Erkenntnisse sind nicht nur für Technikbegeisterte von Interesse, sondern bieten auch Unternehmen wertvolle Informationen darüber, wie sie von 5G profitieren können.

Der Ausblick auf eine geplante 5G-Roadshow mit einem mobilen Campusnetz in Südwestfalen weckt zusätzliches Interesse. Diese Initiative zielt darauf ab, die Vorteile von 5G einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen und zu demonstrieren, wie 5G-basierte Assistenzsysteme die Arbeitswelt revolutionieren können.

Die Zukunft der Außenarbeit sieht mit der Einführung von 5G vielversprechend aus. Die Möglichkeit, Arbeitskräfte in Echtzeit zu unterstützen und ihnen zu ermöglichen, anspruchsvollere Aufgaben zu übernehmen, könnte die Produktivität in vielen Bereichen signifikant steigern. Die Erfahrungen und Erkenntnisse von Ansgar Rahmacher und Andreas Schattner bieten einen faszinierenden Einblick in das Potenzial von 5G und seine Auswirkungen auf die Arbeitswelt von morgen.